mincemeat

Mincemeat – Süßes Hackfleisch?!

Weihnachten ist zwar schon etwas her, aber ehe wir uns versehen ist es ja bald wieder soweit. Das Schöne an dem Fest ist, dass es je nach Kultur und Land die unterschiedlichsten Traditionen und Gerichte gibt, die zelebriert werden. Heute möchte ich Ihnen ein wenig über die britische Weihnachts- und Esskultur berichten. Für mich sind Mince Pies, kleine mit Mincemeat gefüllte Pasteten, an Weihnachten unerlässlich. Und alle Jahre wieder stellt sich mir die eine Frage: Warum heißt Mincemeat Mincemeat?

Die Frage stellte sich mir immer wieder aufs Neue, hatte mir aber nie die Mühe gemacht, der Frage auf den Grund zu gehen. Letztes Jahr habe ich dann zum ersten Mal selber Mincemeat gemacht und bin während der Weihnachtstage endlich dem Ursprung der ungewöhnlichen Namensgebung nachgegangen.

Mincemeat kommt aus dem Englischen und bedeutet wortwörtlich „Hackfleisch“. Bei Mince Pies handelt es sich aber keinesfalls um fleischhaltige Pasteten, sondern um süßes Gebäck, das traditionell vor allem in Großbritannien gegessen wird. Die Gebäckstücke bestehen meist aus einem Mürbeteig, der eine Füllung hat. Diese Füllung besteht aus getrockneten Früchten, wie Rosinen, Äpfel und Orangen, sowie Nüssen und verschiedenen Gewürzen wie Nelken und Zimt. Diese Mischung wird in Brandy oder Rum wahlweise eingekocht oder eingelegt.

Doch woher kommt die Bezeichnung Mincemeat? Meinen Recherchen zufolge geht die Geschichte dieser Speise bis ins 11. Jahrhundert zurück. Damals brachten die Kreuzfahrer nach den Kreuzzügen in Jerusalem exotische Gewürze mit. Darunter repräsentierten Zimt, Nelken und Muskatnuss die drei Geschenke der Drei Heiligen Könige an Jesus. Als Zeichen der religiösen Verehrung wurden diese drei Gewürze der Füllung beigemengt, die zu der Zeit auch noch aus Fleisch bestand. Die Mince Pies hatten eine länglichere, ovalere Form, wie die einer Wiege. Ein weiteres religiöses Zeichen der Krippe, in der Jesus nach seiner Geburt im Stahl lag.

Nach und nach verschwand das Fleisch jedoch aus der Füllung. Die Gründe dafür sind sicher vielfältig. Fleisch wurde möglicherweise teurer und ab dem 18. Jahrhundert wurde günstiger Zucker importiert, aber das sind nur meine Theorien, stichfeste Gründe konnte ich nicht finden. Fakt ist: Ab dem 19. Jahrhundert waren die Pasteten fleischfrei (, aber nicht vegetarisch). 

Gut, jetzt wissen Sie wieso ein Gebäck Hackfleisch-Pastete genannt wird, doch woher kommt Mincemeat? Nun „mince“ lässt sich bis zu seinen lateinischen Wurzeln zurückverfolgen. Es stammt (höchstwahrscheinlich) vom Wort minutia, was Kleinheit bedeutet und ist ein Hinweis auf das klein gehackte Fleisch des minced meat oder auch Hackfleisch.

Und deswegen heißt Minemeat wie es heißt. Wundern Sie sich also in Zukunft nicht, wenn Sie als Dessert Mince Pies erhalten, sondern freuen Sie sich darauf. Meine Exemplare waren in kürzester Zeit vernascht. Übrigens sind Mince Pies auch die Lieblingsspeise des Weihnachtsmannes und Kinder stellen ihm immer einige süße Pasteten mit Milch oder einem alkoholischen Getränk am Abend des 24. Dezembers bereit, um sich für ihre Geschenke zu bedanken…

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